„Memories“ und mehr: Diese neuen Funktionen machen Snapchat für Unternehmen noch attraktiver

Rebekka Riek

Bis vor Kurzem lautete der wohl größte Gegensatz in der Social-Media-Welt: Snapchat und Beständigkeit. Anfang Juli dieses Jahres hat Snapchat dem ein Ende gesetzt, denn das neue Feature „Memories“ erlaubt es Usern nun, Bilder zu speichern. Das eröffnet auch Unternehmen ganz neue Möglichkeiten und Spielräume, die App zu nutzen. Aber eins nach dem anderen.

Was genau ist denn nun eigentlich „Memories“ und wie funktioniert es?

 

Mit Memories können Snaps in der App gespeichert sowie bereits auf dem Mobilgerät vorhandene Bilder mit Snapchat verschickt und in Stories eingefügt werden. Memories können mit anderen Memories oder neuen Snaps in Stories kombiniert werden. Allerdings werden „alte“ Memories mit einem Rahmen gekennzeichnet. Dieser soll darauf hinweisen, dass die Nachricht nicht im gleichen Moment, sondern zu einem früheren Zeitpunkt aufgenommen wurde.

Zum Thema Privatsphäre hat Snapchat im Zuge des Memories-Updates „My Eyes Only“ eingeführt. Das gibt den Usern die Möglichkeit, bestimmte Bilder zu sichern, sodass diese nur nach der Eingabe eines Passworts gesehen, versendet oder gepostet werden können.

Und was genau ändert sich für Unternehmen?

Am Snapchat-Potential für Unternehmen hat sich durch Memories einiges getan: Während Snaps vorher nur spontan erstellt und gepostet werden konnten, können Unternehmen jetzt Content planen und vorproduzieren. Das macht diesen natürlich hochwertiger und bietet die Möglichkeit, Inhalte aufwendiger zu gestalten.

Wichtig ist allerdings, Snapchat trotz der erweiterten Gestaltungs- und Planungsmöglichkeiten nicht mit anderen Social-Media-Kanälen gleichzusetzen. Denn auch wenn Snapchat mit Memories sein ursprüngliches Alleinstellungsmerkmal aufgibt, so ist das Thema „Flüchtigkeit“ nicht das einzige, was Snapchat ausmacht. Mindestens genauso wichtig ist für Snapchat-User die Spontanität, Authentizität und im gewissen Sinne Unvollkommenheit, die in Snaps steckt. Dieses Konzept steht ganz im Gegensatz zu langfristig geplanten, makellosen Bildern, für die zum Beispiel Instagram bekannt und beliebt ist.

Das ist sonst noch bei Snapchat passiert

Während das Thema Memories in aller Munde ist, hat Snapchat es sich nicht nehmen lassen, die Plattform noch an anderen Stellen still und heimlich weiterzuentwickeln:

  • Snapchat Suggest: Ein immer wieder bemängelter Punkt der App war die nicht vorhandene Möglichkeit, Inhalte zu teilen oder weiterzuempfehlen. Dies machte es Usern schwer, interessanten und für sie relevanten Content zu finden. Auch das Empfehlen und Adden von Usern war eher kompliziert, denn man brauchte entweder den korrekt geschriebenen Usernamen oder den Snapcode. Die User mussten dann händisch geaddet werden. Von Viralität war Snapchat dadurch weit entfernt. Im Vergleich zu manch anderem Social-Media-Netzwerk ist es das immer noch, hat aber mit der „Suggest“-Funktion einen großen Schritt in Richtung Empfehlungen und Word-of-Mouth-Marketing unternommen. Snapchat-User können dank „Suggest“ jetzt durch Klick auf den blauen Pfeil andere Accounts ganz einfach an Freunde und Bekannte weiterempfehlen (siehe Bild). Das wiederum spielt natürlich auch Unternehmen in die Karten: Deren Snapchat-Account kann nun leichter geteilt werden und so mehr Reichweite generieren. Andererseits wird es damit umso wichtiger, guten und ansprechenden Content zu produzieren.

  • Bitmoji: Ebenfalls neu bei Snapchat sind personalisierte Emojis. Zum Erstellen und Nutzen muss die Bitmoji-App heruntergeladen werden. Das persönliche Bitmoji kann dann wie ein normales Emoji in Snaps und Stories verwendet werden. Eine unterhaltsame Spielerei, die Unternehmen nutzen können, um ihre Snapchat-Kommunikation mit eigenen Emojis aufzupeppen.

Und last but not least

Es wird gemunkelt, dass Snapchat bald Werbung passend zu User-Fotos ausspielt. Das Unternehmen hat ein entsprechendes Konzept beim US-Patentamt eingereicht. Vielleicht stehen Firmen also schon sehr bald noch vielfältigere und individualisierte Werbemöglichkeiten zur Verfügung. Sicher ist bisher nur, dass Snapchat sich nicht auf seinen Erfolgen ausruht. Im Gegenteil: Wird der Trend der letzten Monate fortgesetzt, so kann man schon bald mit dem nächsten bahnbrechenden und „alles über den Haufen werfenden“ Feature rechnen – Memories war nur der Anfang.

Unsere Expertin

Rebekka Riek

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Rebekka Riek arbeitet seit 2015 als Social Media & Digital Marketing Consultant bei Cocomore und beschäftigt sich unter anderem mit Snapchat und weiteren Apps, die gerade im Trend sind. Zuvor hat sie für eine Naturschutzorganisation in Mexiko das Onlinemarketing betreut. An Cocomore schätzt Rebekka vor allem die abwechslungsreichen Aufgaben und die netten Kollegen.

Drei Dinge, die Rebekka beschreiben: Weltenbummler, experimentierfreudig und Keksbäckerin.