(K)ein Geheimrezept für humorvolle Posts? Warum Fun-Posts für Unternehmen so wichtig sind

28.06.2016 Christian Flach

Sie sind die Königsdisziplin unter den kreativen Beiträgen im Social Web: humorvolle Posts, die uns zum Lachen bringen und zum Interagieren motivieren. Warum sind gerade solche Fun-Posts für Unternehmensseiten wichtig? Und weshalb sind sie so schwierig zu gestalten? Ein Erklärungsversuch.

Für gewöhnlich weisen uns Posts von Unternehmen auf Gewinnspiele, Produktneuheiten oder Rabatt-Aktionen hin. Dagegen haben Fun-Posts auf den ersten Blick keinen direkten Nutzen, wie den Abverkauf eines Produkts oder die Erhöhung der Markenbekanntheit. Dabei sorgen gerade solche Posts für eine starke Kundenbindung und eine hohe Engagement-Rate: Erstens, weil wir von diesen Posts unseren (virtuellen) Freunden erzählen oder sie sogar mit ihnen teilen. Zweitens: Diese Beiträge bleiben uns im Gedächtnis, weil sie uns im Vergleich zu Standard-Posts einen emotionalen Mehrwert bieten. Kurz gesagt: Wir fühlen uns von Fun-Posts unterhalten, anstatt umworben. Unternehmen profitieren also vom verstärkten Engagement, das Fun-Posts erzeugen, denn es führt zu einer erhöhten (und vor allem kostenlosen) Reichweite.

Doch gerade Fun-Posts erfordern neben etwas Mut teilweise auch viel Aufwand bei der Planung und Umsetzung: Am Anfang steht die Themenfindung, denn nur selten entsteht eine geniale Idee für einen Post einfach aus dem Nichts heraus. Es ist hilfreich, sich Themenfelder zu suchen, die nahe an der Marke, den Produkten oder dem Tätigkeitsfeld des Unternehmens liegen. Darüber hinaus bieten aktuelle Geschehnisse und wiederkehrenden Ereignissen attraktive Aufhänger: Themen, die die Zielgruppe kennt und zu denen sie einen Bezug hat. Unternehmen müssen sich fragen: Wer sind eigentlich die Menschen, die uns folgen, und was könnte ihnen gefallen? 

Bei aktuellen Themen kommt die eben angesprochene Portion Mut ins Spiel: Das Social Web bildet für viele Trends und Hypes die Grundlage, und so schnell diese dort aufkommen und sich in Windeseile verbreiten, so schnell können sie wieder vorbei sein. Hier ist es wichtig, zügig zu reagieren und die Situation für die eigene Sache zu nutzen. Voraussetzung ist natürlich, dass man das Geschehen zuvor beobachtet hat und der Trend zur eigenen Marke passt. 

Ist ein Thema gefunden, kommt der schwierige Teil: Es gilt etwas zu finden, dass die Fans (hoffentlich) als witzig bzw. unterhaltsam empfinden. Ein möglicher Ansatz ist, Bekanntes mit Neuem oder Unerwarteten zu verbinden und auf diese Weise Komik zu erzeugen. Ein Beispiel: Mit unserer Post-Serie „Mitarbeiter des Monats“ sind keine Angestellten im herkömmlichen Sinne gemeint, sondern Gegenstände (oder tierische Kollegen) aus unserem Büro-Alltag, denen wir mit allerlei Redewendungen huldigen.

Natürlich liegt Humor – wie die Beiträge in unserem Newsfeed – immer im Auge des Betrachters: Was ein Fan lustig findet, scrollt ein anderer einfach weg. Mit der Zeit lässt sich allerdings ein Gespür dafür entwickeln, was bei der eigenen Community gut ankommt. Dazu ist es unerlässlich, zu beobachten und zu dokumentieren, wie die eigenen Ideen performen, um daraus Learnings für die Zukunft zu ziehen. 

Wenn Fun-Posts mit so großem Aufwand verbunden sind und es nicht mal sicher ist, ob sie überhaupt gut ankommen – warum dann Zeit und Arbeit investieren? Gute Fun-Posts stechen aus der Masse von Beiträgen heraus, die uns täglich im Newsfeed begegnen. Sie erzeugen Aufmerksamkeit, die aufgrund der täglichen Flut von Beiträgen im Social Web immer wichtiger wird. Und sie lassen den Absender, der sie verbreitet, strahlen und in einem positiven Licht erscheinen  ̶  schließlich verbinden wir über einen gelungenen Fun-Post positive Emotionen mit ihm. 

Letzteres ist vielleicht sogar der wichtigste Punkt, warum es mehr Fun-Posts geben sollte: Sie unterhalten oder bringen uns sogar zum Lachen – und das ist doch eigentlich schon Wert genug, oder?