Ausblick auf die SEO-Trends für 2023

Die SEO-Landschaft verändert sich kontinuierlich. Was wird 2023 wichtig, was bleibt – und wie können wir uns darauf einstellen?
Kim Herschmann
Kim Herschmann

SEO-Trend 2023, Nummer 1: Mobile First

Zugegeben, die meisten werden sich hierbei fragen: Warum ist das noch unter den SEO-Trends für 2023? Schließlich hat Google sein Mobile-Friendly-Update bereits 2015 durchgeführt, 2019 durch das Mobile-First-Update erweitert – und rankt seitdem Websites, deren Content nicht für Smartphone-Nutzung optimiert ist, schlechter. Trotzdem oder gerade deshalb ist Mobile First weiterhin enorm wichtig für die eigene SEO-Optimierung. Denn dieser SEO-Trend ist gekommen, um zu bleiben – schließlich werden derzeit 80 % der Suchen von einem mobilen Endgerät aus betrieben.

Unsere Top-Tipps für diesen SEO-Trend:

  • Die Optimierung der Website mit dem kostenlosen Google-Tool testen.
  • Schauen, ob Google auf Content der Website zugreifen und sie rendern kann. Dazu müssen auf der mobilen Website sowie der Desktopversion dieselben Meta-Robots-Tags genutzt werden. Zudem sollte es mobil kein Lazy Loading nach User:innen-Interaktion geben (antippen, klicken, wischen).
  • Der Google-Crawler darf nicht durch robots.txt blockiert werden – sonst kann die Website nicht gecrawlt werden.
  • Ladezeiten der (mobilen) Website optimieren. Wie schnell eine Seite lädt, kann man über die Google PageSpeed Insights sehen. Zudem ist die Ladezeit auch Teil der wichtigen Core Web Vitals, die seit Juni 2021 ein Rankingfaktor von Google sind.
  • Die Website muss eine gute User Experience (UX) bieten – seit Mai 2020 bezieht Google die UX offiziell in die Rankings mit ein, zum Beispiel eine einfache Navigation.

SEO-Trend 2023, Nummer 2: Von BERT geht’s zu MUM

Wer hier Fragezeichen in den Augen hat: BERT und auch MUM sind schnell erklärt. BERT bedeutet Bidirectional Encoder Representations from Transformers und ist ein Google-Algorithmus, der nun mit dem Update MUM (Multitask Unified Model) ergänzt wird. Die Suchtechnologie von Google soll künftig den Content als Ganzes verstehen – inklusive Audio, Video und Bildmaterial. Ein weiterer Schritt von Google hin zu einer semantischen Suchmaschine.

Was das bedeutet, beantwortet Google selbst mit einem Beispiel. Jemand hat folgende Suchanfrage: „Ich habe schon den Mount Adams erklommen und möchte im nächsten Herbst den Fuji besteigen. Was soll ich diesmal anders machen, um mich vorzubereiten?“ Derzeit könnte Google diese Anfrage nicht beantworten – beziehungsweise nicht mit einem Klick. Zukünftig soll es durch das MUM-Update allerdings möglich sein, dass die Suchmaschine solch komplexe Fragen versteht und die richtigen Antworten ausgibt.

Für die SEO-Optimierung einer Website heißt das:

  • Auch Bild, Video- und Audiocontent rücken stärker in den Fokus und müssen mit Keywords versehen werden – nicht nur in der Beschreibung, sondern auch beispielsweise im gesprochenen Text selbst.
  • In den SERPs werden immer öfter Bilder sowie Videos auftauchen.
  • Zukünftig soll die Suche auch für verschiedene Sprachen funktionieren – die Suchergebnisse werden dann in die eigene Sprache übersetzt. Wer seinen Content also perfekt optimiert, kann mehr Klicks über Suchergebnisse aus der ganzen Welt generieren.

 

Die SERPs werden in Zukunft ebenfalls anders aussehen. Über drei Boxen können die User:innen ihre Suchergebnisse verfeinern.

 

  • Things to know: User:innen können angeben, welcher Teilbereich ihrer Suchanfrage sie besonders interessiert.
  • Refine this search: Vorschläge werden ausgegeben, um die Suche zu verfeinern.
  • Broaden this search: Dieser Bereich zielt auf die Suchintention ab und bezieht weiteren Content im Video-, Audio- oder Bildformat mit ein.

SEO-Trend 2023, Nummer 3: Featured Snippets & Longtail-Keywords

Immer mehr Ergebnisse erscheinen bei Google als sogenanntes Featured Snippet auf Position 0 der Suchergebnisse – also ganz oben. Die Antwort steht direkt darunter. Die Vorteile:

  • Die Ergebnisse im Featured Snippet erhalten die größte Aufmerksamkeit – allein durch ihre Position an Stelle 0 bei Google. Die Snippets können Text enthalten, aber auch Bilder, Listen und Videos.
  • User:innen erhalten ihr Suchergebnis direkt in Google. Im besten Fall dient es als Einstieg in ein Thema – und regt zum Klicken auf die Website an.

Die Nachteile:

  • Viele Suchanfragen werden zu Zero Click Searches – solche, bei denen User:innen die Antwort auf ihre Frage bereits im Featured Snippet erhalten und dadurch nicht mehr auf die Website klicken müssen.
  • Durch die Beantwortung der Frage im Snippet kann also Traffic verloren gehen.

Lösen lässt sich das eher nicht – im Gegenteil: Mit dem MUM-Update von Google versucht die Suchmaschine, Content übergreifend zu verstehen. Sowohl im Text, als auch in Videos, Bildern oder Grafiken. Ein Kniff sind noch Longtail-Keywords: Denn je komplexer die Suchanfrage, desto individueller wird sie – und desto weniger wahrscheinlich ist es derzeit, dass sie in den Featured Snippets auftaucht. Auf lange Sicht allerdings wird sich durch das MUM-Update auch das ändern.

Die SERPs und auch die Featured Snippets werden also in Zukunft anders aussehen – aber nicht verschwinden. Wir sollten die Featured Snippets als Chance begreifen und Content dahingehend optimieren.

Google Search Page

SEO-Trend 2023, Nummer 4: Video-Content

Beim Suchen in letzter Zeit oft weit vorn: Ergebnisse in Video-Form. Besonders die Generation Z nutzt TikTok, YouTube und Co. nicht nur als Social-Media-Plattform, sondern auch als Suchmaschine. Darauf gehen wir in unserem Blog in einem eigenen Artikel ein.

Was das für die SEO-Optimierung von Websites bedeutet?

  • Zum einen wird es immer wichtiger, snackable Video-Content zu bieten.
  • Zum anderen muss dieser aber auch SEO-optimiert sein, um Top-Rankings erzielen zu können.
  • Damit Videos auch in der Suche auftauchen, sollten die passenden Keywords gesetzt werden. Und das nicht nur in der Beschreibung des Videos, der Headline sowie in den Untertiteln, sondern auch im gesprochenen Text des Videos.
  • Grund: Das MUM-Update von Google macht es der Suchmaschine zukünftig möglich, Gesprochenes in Videos und Audiodateien zu verstehen und es in die Content-Bewertung sowie das Ranking mit aufzunehmen.

SEO-Trend 2023, Nummer 5: Local SEO

Immer mehr Menschen suchen – ob zu Hause oder in einer anderen Stadt – Restaurants, Cafés und weitere Ladengeschäfte in ihrer unmittelbaren Umgebung. Wer also beispielsweise unterwegs ist und Geschäfte in der Nähe sucht, greift zum Smartphone und lässt sich via Google Maps Lokalitäten anzeigen. Laut Google suchen die User:innen ca. zu 50 % hinterher tatsächlich eines der angezeigten Geschäfte auf. Wer also auf Google mit seinem Geschäft gesehen werden möchte, kommt um den Trend Local SEO nicht herum. Und so funktioniert die Optimierung:

  • Jedes Unternehmen sollte eine Website besitzen, die den User:innen auf einen Blick – oder eine einfach zu bedienende Navigation – anzeigt, was sie suchen. Ein Restaurant etwa würde den Standort, die Art der Küche sowie die Speisekarte online anbieten. Und das mit kurzen Ladezeiten.
  • Die Verwendung von Keywords sowie Lokalbezug im Content der Website sind wichtig. Ort des Geschäfts sowie Angaben der Region sollten unter anderem in den Metadaten enthalten sein. Das ist auch logisch – denn einem Handwerker oder einem Restaurant bringt es nichts, auf Keywords wie „Schreiner“ oder „italienisches Lokal“ zu ranken – er muss für „Schreiner Rhein-Main-Gebiet“ oder für „italienisches Lokal Frankfurt-Sachsenhausen“ ranken, um gefunden und von Google korrekt einsortiert zu werden.
  • Der Eintrag in das Google Unternehmensprofil (ehemals Google My Business) muss optimiert sein – inklusive Adresse, Verweis auf die Website und Öffnungszeiten. Durch das MUM-Update versteht Google den Intent einer Suche besser. Sucht man also beispielsweise nach „Bestes italienisches Restaurant“, erkennt der Google-Algorithmus dies als Absicht, in einem Lokal in der Umgebung essen gehen zu wollen – und zeigt Suchergebnisse in der Nähe von Restaurants, inklusive des Unternehmens-Eintrags.
  • Backlinks von anderen lokalen Unternehmen helfen beim Ranking. Denn anders als bei regulären Backlinks zählt beim Local SEO auch der Standort des Backlink-Gebers.

 

Das waren unsere Top-5-SEO-Trends für 2023 – jetzt geht’s los an die Umsetzung und die Website-Optimierung!

 

Kim Herschmann

Über Kim Herschmann

Kim ist seit März 2019 als Senior Editor bei Cocomore und unterstützt unser Team beim Erstellen von Newslettern, Blogbeiträgen, Social Media Posts und allem anderen rund um Long- und Shortcopy sowie beim Thema SEO. 

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